Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts
Austausch von Juden aus dem KZ Bergen-Belsen gegen deutsche Zivilinternierte, Januar 1945
Millionen von Juden aus den im Zweiten Weltkrieg von Deutschland beherrschten Gebieten Europas sind in den Konzentrationslagern ermordet worden. Eine kleine Zahl von Juden konnte diesem Schicksal entgehen, weil sie die Staatsangehörigkeit neutraler Staaten oder überseeischer Gegnerstaaten besaßen oder verwandtschaftliche Beziehungen dorthin hatten. Seit 1943 wurden sie in einem Teil des KZ Bergen-Belsen, dem sogenannten „Aufenthaltslager“, unter immer schlimmer werdenden Bedingungen festgehalten. Eine größere Gruppe von ihnen ist im Januar 1945 bei einem deutsch-amerikanischen Austausch von Zivilgefangenen über die Schweiz und Marseille nach Amerika gelangt. Als sie in Liebenau nördlich des Bodensees eintrafen, schockierten ihr Zustand und ihre Berichte von den Verhältnissen in Bergen-Belsen den in der dortigen Dienststelle der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amts als Angestellten eingesetzten Rechtsanwalt Heinrich Schneider. Sein Vorschlag, der nächsten Austauschgruppe aus Bergen-Belsen zunächst drei Wochen „Erholung“ in der Kaserne Ravensburg zu ermöglichen, damit ihre übelsten Erinnerungen noch vor dem Übertritt in die Freiheit verblassen sollten, mutet heute hilflos an. – Heinrich Schneider war später Politiker im Saarland und von 1957 bis 1965 Mitglied des Bundestages.
RZ 405, R 41677, DIN A4, eine Seite
Weitere Informationen
